Unsere Mitarbeiterin Dr. Garda Elsherif erhält für ihre Dissertation zur Translation in den (früh)modernen Wissenschaften den Prix Germaine de Staël 2026. Der renommierte Wissenschaftspreis wird alle zwei Jahre gemeinsam vom Frankoromanistikverband (FRV) und der Französischen Botschaft in Deutschland verliehen.

In ihrer Dissertation erreichte die Translationshistorikerin eine systematische Beschreibung der wissenschaftlichen Übersetzungskultur im Frankreich der Frühmoderne (1600-1815). Mit qualitativen und quantitativen Methoden ging sie Fragen nach wie: Welche Funktionen erfüllte das Übersetzen für die entstehenden Naturwissenschaften? Wie prägte die wissenschaftliche Logik die Ausgestaltung von Übersetzungspraktiken? Vorrangig stützte die sich dabei auf ein umfassendes Korpus aus über 630 Buchübersetzungen ins Französische. Hinzu kamen Manuskripte, die sie in akribischen Archivrecherchen insbesondere in der Académie des Sciences de Paris und den Provinzakademien in Lyon und Dijon ans Licht brachte. Ihre Arbeit erstellte sie als assoziiertes Mitglied im 2018 von der Deutschen Forschungsgemeinschaft eingerichteten Schwerpunktprogramm 2130 ‚Übersetzungskulturen der Frühen Neuzeit‘.

Die Preisjury lobte insbesondere die wissenschaftliche Qualität, den couragierten theoretischen Ansatz und die Bedeutung der Arbeit für die Erforschung der Rolle von Übersetzung und Mehrsprachigkeit in den Wissenschaften. Die Auszeichnung wurde am 30. September 2026 von Véronique Charléty, Attaché für Hochschulkooperation der französischen Botschaft, und Dr. Verena Weiland, Vorstandsmitglied des Frankoromanikverbandes, im Rahmen des 15. Frankoromanistiktages in Kassel überreicht.

Der Preis beinhaltet ein einmonatiges Forschungsstipendium an einer französischen Institution freier Wahl. Dr. Garda Elsherif wird ihr Stipendium im März 2027 am Centre européen de sociologie et de science politique (CNRS-EHESS-Paris 1) verbringen. Dort wird sie zu ihrem aktuellen Forschungsprojekt zur Übersetzung als Wissenschaftsinfrastruktur nach dem Zweiten Weltkrieg forschen.

Der Fachbereich gratuliert herzlich zur Auszeichnung!