• Interessieren Sie sich für alle Facetten der Übersetzung, für Sprachtechnologien und künstliche Intelligenz mit der Studiensprache Neugriechisch?
  • Begeistern Sie sich für das Übersetzen von Fachtexten, medialen und literarischen Texten?
  • Möchten Sie sich nicht nur mit Neugriechisch, sondern auch mit anderen europäischen und außereuropäischen Sprachen arbeiten? Ihr Wissen über die Geschichte, Literatur und die Kultur Ihrer Studiensprache vertiefen?

Dann sollten Sie am FTSK studieren!

Der FTSK bietet Ihnen als einzige universitäre Einrichtung im deutschsprachigen Raum all diese Möglichkeiten mit Neugriechisch als Studiensprache. Neugriechisch ist sowohl in den beiden Bachelor-Studiengängen als auch im Master wählbar: Βachelor of Arts Translation, Βachelor of Arts Sprachen, Kulturen, Kommunikation und Master of Arts Translation.

Der Arbeitsbereich Neugriechisch setzt Forschungsschwerpunkte in den Bereichen der intralingualen Übersetzung, der Bibelübersetzung und der Einfachen Sprache. Hinzu kommen mehrere kleine oder größere Übersetzungsprojekte, die dem kulturellen Austausch zwischen dem griechisch- und dem deutschsprachigen Raum dienen sollen, wie etwa in den Bereichen Literatur, Ideen- und Sprachegeschichte, Kino- und Dokumentarfilme.

In seinem Bemühen, den gesellschaftlichen Entwicklungen Rechnung zu tragen, richtet der Arbeitsbereich Neugriechisch seit einigen Jahren seine Aufmerksamkeit auch auf die essenziellen sozialen Fragestellungen der Barrierefreiheit, der Integration und der uneingeschränkten Kommunikation. Die Anwendung vereinfachter Sprachformen bzw. Sprachvarietäten wie die Leichte und die Einfache Sprache sind ein bewährtes Mittel, um dieses Ziel zu erreichen.

Es ist eine Vereinfachungsstrategie, die darauf abzielt, komplexe, dysfunktionale und schwerverständliche Texte der Standard- oder Fachsprache zu optimieren und verständlicher zu machen, sofern sich diese an ein breites Publikum wenden.

  • Im Gegensatz zur Leichten Sprache gibt es für die einfache Sprache kein erarbeitetes Regelwerk und keine strengen bzw. verbindlichen Regeln. Einfache Sprache ist flexibler und orientiert sich an Empfehlungen und Ratschlägen.
  • Einfache Sprache richtet sich an durchschnittliche SprachbenutzerΙnnen, die meistens mit bestimmten Texten und Textsorten (aufgrund der Fachterminologie und/oder der komplexen Ausdrucksweise) Verständnisschwierigkeiten haben.
  • Die Einfache Sprache wird also auf Texte angewandt, die aufgrund ihres Funktiolekts bzw. „Sprachregisters“ ihren kommunikativen Zweck nur teilweise oder gar nicht erfüllen, z.B.
    • Behördliche Informationen: Formulare, Infobroschüren oder Bescheide für BürgerΙnnen
    • Medien und Nachrichten: Nachrichtenportale, die Informationen für alle zugänglich machen wollen
    • Gesundheitswesen: Patienteninformationen oder Ratgeber in verständlicher Sprache
    • Unternehmen: Anleitungen, Kundeninformationen oder Produktbeschreibungen.

Behördensprache bezeichnet eine oft schwer verständliche, formalistische und stark bürokratische Sprache, die in amtlichen Texten und Dokumenten verwendet wird. Sie ist geprägt von komplexen Satzstrukturen, Fachbegriffen und unpersönlichem Stil. Ziel ist oft eine präzise rechtliche Ausdrucksweise, die jedoch für das breite Publikum die Textverständlichkeit massiv einschränkt.

Abgesehen von etlichen Fachbegriffen zeichnen sich griechische Behördentexte durch eine Fülle archaistischer sprachlicher Einheiten, die aufgrund der früheren Diglossie-Situation zum Bestandteil des behördlichen Fachjargons geworden sind. Dazu kommt ein sprachideologisches Verhalten, demnach in der Behördensprache bewusst und unbewusst sprachlichen Mitteln aus älteren Sprachepochen verwendet werden, um ein höheres Sozial- und Bildungsniveau zu imitieren. Diese Kombination, d.h. Fachterminologie, archaistisches Sprachregister und sprachideologisches Verhalten, machen die große Mehrheit der griechischen Behördentexte dysfunktional, schwer oder teilweise unverständlich.

Zwischen dem SoSe 2021 und dem SoSe 2022 organisierte der Arbeitsbereich Neugriechisch in Kooperation mit der Fakultät für Translationswissenschaft der Universität Korfu drei Workshops, die sich mit dem Thema Einfache Sprache in griechischen Behördentexten befassten. Neben dem theoretischen Ansatz wurde ein ausgewähltes Korpus von repräsentativen Texten zusammengestellt und analysiert. Auf dieser Grundlage ist in den darauffolgenden Jahren eine kleine Studie für die Einfache Sprache in griechischen Behördentexten entstanden, die erste überhaupt zu diesem Thema in der griechischsprachigen Bibliographie. Die Studie soll 2026 erscheinen.

Das Buch „Mythen der Nationen. Ein europäisches Panorama“ erschien 2001 in zweiter und verbesserter Auflage im Koehler & Amelang Verlag Leipzig.

Das umfangreiche Buch (ca. 600 Seiten) geht wiederum auf einen begleitenden Katalog zur gleichnamigen Ausstellung zurück, der 1998 vom Deutschen Historischen Museum herausgegeben wurde. Der Herausgeberin M. Flacke gelang hiermit etwas Einmaliges, nämlich „18 Nationen gemeinsam zu betrachten und gegenüberzustellen“. In jedem Kapitel, das einer Nation gewidmet ist, werden fünf „Mythen“ vorgestellt und analysiert, die vorwiegend im 19. Jh. zu kollektiven Bildern und konstitutiven Elementen der nationalen Eigenwahrnehmung wurden.

Das Buchübersetzungsprojekt „Mythen der Nationen“ des Arbeitsbereichs Neugriechisch startete im Jahr 2023. Unser Projektziel ist es, das gesamte Buch ins Griechische zu übersetzen, die Übersetzung zu lektorieren und für den Druck vorzubereiten. Für die Übernahme der Druckkosten und die Veröffentlichung hat der renommierte Verlag Crete University Press bereits zugesagt.

Die Rohübersetzung wurde innerhalb mehrerer Lehrveranstaltungen (teilweise in der Projektwoche) angefertigt. Derzeit wird das erste Lektorat durchgeführt. Zu diesem Zweck werden u.a. mehrere Workshops außerhalb der Universität im Angriff genommen (der erste hat bereits auf der Insel Kreta stattgefunden), welche das Ziel verfolgen, die Mitglieder des Übersetzungsteams zusammenzubringen, ihnen den Austausch zu ermöglichen und die begonnene Lektoratsarbeit gemeinsam, ungestört und in inspirierender Umgebung fortzusetzen.

Der Literat E. Roidis übernahm im Jahr 1880 die Leitung der 1829 gegründeten Nationalbibliothek, auch wenn er in den darauffolgenden zwanzig Jahren ‒ je nach Regierung ‒ mehrmals ab- und wiedereingesetzt wurde (Leitung: 1880, 1882-1885, 1886-1890, 1892-1895, 1897-1902). Gleich nach seiner ersten Ernennung veröffentlichte Roidis einen etwa 60 Seiten langen Text unter dem Titel „Die Nationalbibliothek im Jahr 1880“, der über die Situation der Bibliothek berichtete. Sein Text ist jedoch viel mehr als ein sachlicher Bericht über einige miserable Zustände der Bibliothek. Der beißende Humor, seine Belesenheit, der Vergleich mit anderen europäischen Nationalbibliotheken, das Klassifikationssystem der Bibliothekbestände, die Eigenart und der Umgang der Bildungs- sowie der politischen Eliten mit einer öffentlichen Bibliothek bzw. ihre Erwartungen von einer derartigen Institution, all das und vieles mehr machen daraus einen einmaligen Text, ganz im unnachahmbaren Stil von Roidis, der durch die Katharevousa-Sprachvariante manchmal etwas surreal anmutet.

Auch wenn mehrere Katharevousa-Texte zum Kanon der neugriechischen Literatur gehören (u.a. Werke von Papadiamantis, Vizyinos und Roidis), hat man im 20. Jh. immer wieder ausgewählte Erzählungen in die Dimotiki bzw. ins Standardneugriechisch intralingual übersetzt, um diese Texte sprachlich zu „aktualisieren“, vornehmlich für Kinder und junge LeserInnen. Da die Katharevousa-Variante nach 1976 aus dem schulischen Sprachunterricht verschwand, sind einige Klassiker des 19. Jh. bei heutigen LeserInnen umso mehr mit diversen, teilweise erhöhten Verständigungsschwierigkeiten verbunden. Ziel dieses kleinen Projektes ist es, 1) den Text intralingual ins Standardneugriechisch zu übersetzen, 2) die Übersetzung zu lektorieren und für ihre Veröffentlichung vorzubereiten, und 3) dem historischen und soziopolitischen Hintergrund ihrer Entstehung nachzugehen.

Die Übersetzung heiliger Schriften bzw. des “Wort Gottes” gilt schon seit der Antike als besonderer Fall, der zahlreiche Fragen aufwirft. Ein zentraler Punkt der Bibelübersetzungsproblematik beschäftigt sich beispielweise mit der Frage, ob die Evangelien – die nach traditionell christlicher Auffassung durch göttliche Eingebung entstanden sind – ausschließlich wörtlich zu übersetzen sind oder nicht.

Das Postulat der Worttreue war für lange Zeit vor allem eine gesellschaftspolitische und kulturelle Wahrnehmungsart des biblischen Textes, die es bis etwa zur Mitte des 20. Jh. verhinderte, übliche Übersetzungsstrategien und -techniken auf die Bibel anzuwenden. Die kulturellen Entwicklungen der Gegenwart haben allerdings zu tiefgreifenden Veränderungen geführt. Verschiedene Übersetzungsansätze, darunter missionarisch geprägte, jugendsprachliche, sinnorientierte, wirkungstreue oder geschlechtergerechte Übersetzungen sowie solche in Leichter Sprache bieten inzwischen eine Vielzahl von Zieltexten, die der früheren Vorstellung der Worttreue diametral gegenüberzustehen scheinen.

Ein sehr interessantes Beispiel stellt die sog. Volxbibel dar, ein vom Theologen und Schriftsteller Martin Dreyer initiiertes Projekt. Ziel des Projekts war es, den biblischen Text so zu übertragen, dass er der Jugendsprache nahekommt. Auf diese Weise sollten Menschen erreicht werden, die mit der christlichen/kirchlichen Sprache und Tradition nicht unbedingt vertraut sind.

Obwohl anfangs nicht ausdrücklich so beabsichtigt, bewegt sich die Volxbibel dennoch im übersetzungswissenschaftlichen Rahmen des Funktionalismus, da ihr Hauptanliegen in einer Anpassung des Zieltexts besteht, die in den sprachlichen und kulturellen Kontext eines modernen Publikums passt. So mag es beispielsweise etwas unpassend anmuten, dass in Matthäus 5,40 (vgl. Abb. 6) “χιτώνας” (Unterkleid/Chiton) als “Handy” übersetzt wurde und “ιμάτιον” (Manteltuch/Himation) als “Ladegerät“. Die Idee dahinter war aber, anhand dieses Beispiels – d. h. des Verzichts auf einen alltäglichen, aber wertvollen Gegenstand – die Dynamik der Szene für heutige Leser/Hörer erfahrbar zu machen. Im Mittelpunkt der Übersetzung steht also die Vermittlung der Textbotschaft und nicht der sprachlichen Form des Originals.

Unter aktiver Mitarbeit der Studierenden organisierte der Arbeitsbereich Neugriechisch im November 2022 eine Tagung zum Thema Bibelübersetzung, bei dem traditionelle und moderne Übersetzungsansätze zusammengeführt wurden, um einen Austausch zwischen Menschen zu ermöglichen, deren Ansichten teils erheblich voneinander abweichen, darunter Translationswissenschaftler, (katholische, evangelische, orthodoxe) Theologen, Gräzisten sowie Befürworter und Gegner inklusiver Sprache.

Die Publikation zur Tagung erschien im Verlag Frank & Timme.

Renato Mordo, im Jahre 1894 in Wien geboren, begann seine Laufbahn als Theater – und Opernregisseur in Deutschland und Österreich. Aufgrund des Aufkommens des Nationalsozialismus war er jedoch gezwungen, mit seiner Familie (nach einem Zwischenaufenthalt in Prag) nach Athen (1939) zu fliehen, wo er eine Anstellung an der neugegründeten griechischen Nationaloper fand. Während der deutschen Besatzung wurde er festgenommen und im Konzentrationslager Chaidari inhaftiert. Mordo gelang es zu überleben, sodass er später zur Nationaloper zurückkehren konnte. Allerdings wurde er nach dem Bürgerkrieg als angeblicher Kommunist entlassen. Über verschiedene Zwischenstationen kam Mordo schließlich nach Rheinland-Pfalz und leitete die Oper in Mainz, wo er im Jahre 1955 verstarb.

Im Jahre 2021 organisierte die Landeszentrale für politische Bildung Rheinland-Pfalz in Kooperation mit der Deutschen Schule Athen die gleichnamige Ausstellung zu Ehren Mordos, eines der ersten Regisseure der griechischen Nationaloper. Studierende des Arbeitsbereiches (in Zusammenarbeit mit dem Fachbereich Fremdsprachen, Übersetzen und Dolmetschen der Ionischen Universität Korfu) übersetzten und lektorierten anschließend (unter Aufsicht der Dozierenden) verschiedene Texte von oder über Renato Mordo ins Griechische. Viele dieser Texte wurden erstmals für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht, darunter ein Interview mit dem Sohn Peter Mordo, welches ins Griechische übersetzt und untertitelt wurde.

Siehe dazu den ausführlichen Ausstellungskatalog: Landeszentrale für politische Bildung Rheinland-Pfalz & Landtag Rheinland-Pfalz (Hrsg.), Renato Mordo: jüdisch, griechisch, deutsch zugleich. Ein Künstlerleben im Zeitalter der Extreme, Athen, 2021.

Gunnar Hering, der erste Professor für Neogräzistik an der Universität Wien und einer der bedeutendsten Neo­gräzisten und Südosteuropahistoriker seiner Zeit, wur­de einem breiteren griechischen Lesepublikum durch die Übersetzung seiner herausragenden Monographien Öku­menisches Patriarchat und europäische Politik. 1620–1638 (Athen 1992, MIET) und Die politischen Parteien in Grie­chenland 1821–1936 (Athen 2004, MIET) bekannt.

Im Rahmen von zwei Lehrveranstaltungen und zwei Workshops am (ehemaligen) Haus der Literatur auf Pa­ros übersetzte eine Gruppe von Masterstudierenden einen umfangreichen Artikel Herings zur griechischen Sprachfra­ge. Jener Text gehört auch noch heute zu einem der bes­ten und kompaktesten Darstellungen zu diesem Thema.

Die entstandene Übersetzung wurde ins Verlagsprogramm der Crete University Press aufgenommen und im Jahre 2020 unter dem Titel Η διαμάχη για τη γραπτή νεοελληνική γλώσσα (Heraklion, 2020) veröffentlicht.

Die Übersetzung der Novelle Li von Nikos Kavvadias be­gann als Semesterprojekt und wurde im Rahmen weite­rer Workshops fertiggestellt. Die Idee, das Werk nicht nur ins Deutsche, sondern auch in andere Sprachen zu über­setzen (und zwar ins Engli­sche, Spanische, Polnische und Chinesische), stamm­te vom ehemaligen Kollegen des Arbeitsbereichs Torsten Israel, der sich neben der Or­ganisation der Workshops auch um die ästhetisch ge­lungene Ausgabe der Über­setzung beim Verlag Llux kümmerte.

Der Fokus lag hierbei auf der eingehenden Analyse der thematischen Schwerpunkte und der sprachlichen Ausdrucksformen der jeweiligen Autoren. Es wurden zentrale literarische Strömungen behandelt, ebenso filmische Adaptionen einzelner Werke und Übersetzungen griechischer „Klassiker“ ins Deutsche kritisch besprochen. Um Literatur erlebbar zu machen, wurden zudem Autorenlesungen organisiert, bei denen neben den Autoren oft auch die Übersetzer der Werke anwesend waren. Daraus ergaben sich für unsere angehenden Übersetzer sehr oft inspirierende und lebendige Diskussionen. Die Literatur als Spiegel der sprachlichen, politischen und gesellschaftlichen Entwicklung eines Landes stellte auf diese Weise eine zusätzliche Quelle für das Erlangen kultureller und sprachlicher Kompetenzen dar. Darüber hinaus wurde schon immer ein besonderer Fokus auf das eigene Übersetzen von Literatur gelegt sowie auf die kritische Beschäftigung mit bereits auf dem deutschen Mark etablierten literarischen Übersetzungen neugriechischer Werke.

Die Auseinandersetzung mit der neugriechischen Literatur ist seit der Gründung des Arbeitsbereichs Neugriechisch ein fester Bestandteil des Curriculums. Im Rahmen ihres Studiums hatten die Studierenden in der Vergangenheit die Möglichkeit, in Seminaren und Übungen die Werke bedeutender neugriechischer Lyriker und Prosaschriftsteller kennenzulernen.

Mehrtägige Arbeitsworkshops im Literaturhaus auf der Insel Paros ermöglichten in schöner Umgebung und Atmosphäre zudem ein intensives Lektorieren eigener Übersetzungen. Diesen eingeschlagenen Weg möchten wir auch im Masterstudiengang mit dem Schwerpunkt „Übersetzen Literatur – Medien, Kultur“ weiter intensivieren und unsere Studierende so auf neue mögliche Tätigkeitsfelder vorbereiten. Die im Rahmen einer Übung zum Verfassen von Klappentexten im Wintersemester 2024-25 entstandenen Plakate sind ein Ausdruck dieses Bestrebens und spiegeln die kritische Reflexion der Studierenden über ein oder mehrere selbst gewählte Werke eines renommierten neugriechischen Autors wider.

“Global Voices ist eine internationale und multilinguale Gemeinschaft von Bloggern, Journalisten, Übersetzern, Akademikern und Menschenrechtsaktivisten. Gemeinsam nutzen wir die Kraft des Internets, um grenzübergreifendes Verständnis aufzubauen.”

Diese Selbstbeschreibung der Plattform Global Voices bietet einen ersten Eindruck von der Vielfalt der Aktivitäten und Initiativen, die durch das Engagement der vielen Ehrenamtlichen, die hinter der Plattform stehen, ermöglicht werden. Im Rahmen der Lehrveranstaltung Global Voices, die seit 2012 in regelmäßigen Abständen angeboten wird, übersetzen die Studierenden des Arbeitsbereiches Texte ihrer Wahl, die auf der Plattform veröffentlicht werden und für die noch keine deutsche oder griechische Version vorliegt. Die Übersetzungen erfolgen dabei jeweils in die Sprache, die die Studierenden besser beherrschen. Da viele der Texte selbst Übersetzungen aus anderen Sprachen sind, wird bei der Übersetzung oft auf die englischen, französischen, spanischen oder in anderen Sprachen verfassten Originaltexte zurückgegriffen, was eine zusätzliche Herausforderung für die Kursteilnehmenden darstellt. Sobald zu Semesterende die lektorierten Endfassungen der Übersetzungen vorliegen, werden die fertig übersetzten Artikel an Global Voices weitergeleitet und auf der Website zusammen mit den Namen der Studierenden veröffentlicht.

Die Untertitelung stellt eine besondere Form der Übersetzung dar, da sie audiovisuelles Material einbezieht und bestimmten Einschränkungen unterliegt, wie etwa

  • der Wechsel des Sprachübertragungskanals / sprachlichen Mediums. Die Verschriftung des gesprochenen Textes bringt diverse Probleme mit sich:
    • suprasegmentale Eigenschaften (Intonation, Lautstärke, Tonhöhe usw.),
    • etwaige Sprachfehler oder Selbstkorrekturen der Sprechenden
    • und soziolektale und dialektale Merkmale/Konnotationen können beispielsweise nur bedingt oder manchmal gar nicht durch die geschriebene Sprache (adäquat) wiedergegeben werden,
  • der reduzierte Platz: Den Untertitelnden stehen in der Regel zwei Zeilen mit jeweils 35-40 Zeichen (inkl. Leerzeichen) zur Verfügung,
  • die reduzierte Zeit: Die Einblendzeit eines Untertitels „muss“ 1 bis 6 sec. betragen,
  • das Spotting: Die Regulierung der Ein- und Ausblendezeit wird bei großer Sprechgeschwindigkeit und dichten Dialogen zu großer Herausforderung,
  • die Sprachproduktion: Aufgrund der (sehr) reduzierten Lesezeit zielen Untertitel an erster Stelle darauf ab, das Lesen und die Lesegeschwindigkeit zu erleichtern. Auch die schönste Übersetzung bleibt wirkungslos, wenn man die Zeit nicht hat, sie zu lesen. Im Sinne dieser Maxime müssen u.a. Parataxe statt Hypotaxe, Aktiv statt Passiv, kürzere Wörter, Verbalphrase usw. bevorzugt werden. Auslassungen und syntaktische Umformulierungen werden zur Regel.

Im Rahmen modulbezogener Lehrveranstaltungen wurden mehrere Kino- und Dokumentarfilme untertitelt, z.B.

  • 2011: Das Mädchen in Schwarz (Το κορίτσι με τα μαύρα, 1956. Regie: M. Cacoyannis)
  • 2012: Rembetiko (Ρεμπέτικο, 1983. Regie: C. Ferris)
  • 2013: Man lebt nur einmal (Μια ζωή την έχουμε, 1958. Regie: Y. Tzavellas)
  • 2014: Ein gesetzestreuer Bürger (Ένας νομοταγής πολίτης, 1974. Regie: E. Thalassinos) • 2017/2018: Trauerfelsen (Αγέλαστος Πέτρα, 2000. Regie: Ph. Koutsaftis)
  • 2019/2020: Untertitelung von Tonaufnahmen bzw. eines Interviews mit P. Mordo
    2022/23: Versteinerte Erinnerungen (Οι μνήμες πέτρωσαν μέσα της, 2021. Regie: Tania Chatzigeorgiou)

Die meisten Kinofilme wurden im jährlich stattfindenden Filmfestival Griechische Filmwoche im Münchener Gasteig aufgeführt.

Die Auseinandersetzung damit regte in den vergangenen Jahren mehrere BA- und MA-Arbeiten am Arbeitsbereich an, die u.a. die Fansubs, den Vergleich zwischen Synchronisation und Untertitelung sowie ausgewählte Aspekte der Untertitelungstheorie und -praxis thematisierten.

Mehrere der in diesem und im vorangegangenen Abschnitt aufgeführten Texte basieren auf Material der Jubiläumsausstellung “30 Jahre Arbeitsbereich Neugriechisch 1994–2024” (Ch. Karvounis/K. Koufala, Leichte Sprache und Einfache Sprache; Ch. Karvounis/Ch. Faulhaber, Bibelübersetzung; K. Glykioti, Literatur und literarisches Übersetzen; A. Kalpakidou, Global Voices; Ch. Karvounis/Th. Chatzipanteli, Untertitelung) sowie auf dem Artikel von Ch. Karvounis, „Der Fachbereich für Translationswissenschaft der Universität Mainz in Germersheim und der Arbeitsbereich Neugriechisch“, Exantas 41, 2025, 73-86.

Der Arbeitsbereich hat die Möglichkeit, jedes Jahr ein Stipendium für ein Sommerprogramm (Θερινές Υποτροφίες Ελληνικών Σπουδών Πανεπιστημίου Αθηνών) der Athener Universität zu vergeben. Das sechswöchige Programm (Juni/Juli) wird von griechischer Seite finanziert und beinhaltet sowohl Unterricht an der Universität als auch ein umfangreiches kulturelles Rahmenprogramm.

Für Absolvent*innen, die sich im Rahmen eines Master- oder Promotionsstudiums weiter qualifizieren möchten, gibt es die Möglichkeit, sich über den Arbeitsbereich für ein Stipendium bei der Ourani-Stiftung (Ίδρυμα Κώστα και Ελένης Ουράνη) oder der Onassis-Stiftung (Κοινωφελές Ίδρυμα Αλέξανδρος Ωνάσης) zu bewerben. Die Dauer der Förderung bewegt sich zwischen wenigen Monaten bis zu einem Jahr.

Bilaterale Kooperationsvereinbarungen im Rahmen des Sokrates-Programms bestehen sowohl mit der Ionischen Universität Korfu wie mit der Aristoteles-Universität Thessaloniki.

Intensivkurse zum Spracherwerb werden u. a. an der Sommerschule der Aristoteles-Universität Thessaloniki oder am Institut für Balkanstudien angeboten.